Vorbemerkungen

Gerade müssen wieder einmal unsere Werte, unsere freiheitliche Demokratie verteidigt werden. Aber was ist das überhaupt, Demokratie?  Im ursprünglichen Wortsinn meint Demokratie die 'Herrschaft des Volkes'. Kein Einzelner und keine Gruppe soll über das Volk herrschen. Das Volk soll als Ganzes über die eigenen Angelegenheiten entscheiden. Alle BürgerInnen sollen die Regeln beschließen, nach denen die Gesellschaft funktioniert, d.h. ihre Verfassung und ihre Gesetze. So eine vollkommmene Demokratie hat es in der Geschichte nie gegeben. Man kann die Idee von der Demokratie als politische Utopie begreifen. Aber eines ist klar: Wenn wir uns an den antiken Vorbildern orientieren, leben wir keinesfalls in einer Demokratie. Wir leben in einer Republik, in der eine gewählte Elite die Regeln verhandelt und die Gesetze beschließt.

In den zukünftgen Posts wird diese Republik aus dem Blickwinkel der Demokratie als Herrschaft des Volkes kritisch betrachtet. Orientungspunkt ist dabei eine ideale Gesellschaft in der alle BürgerInnen gleichberechtigt an der Formulierung ihres Gesellschaftsvertrages und den Beschlüssen die danach folgen, beteiligt sind. Demokratie bedeutet eben nicht, maximale individuelle Freiheiten zu garantieren, wie es heute oft gesagt wird. Demokratie bedeutet auch Verantwortung aller BürgerInnen für das Gemeinwesen. Aus heutiger Sicht, in dem Wissen um globale und ökologische Zusammenhänge, muss diese Verantwortung auch die Beziehungen  zu anderen Geesllschaften und zur Natur einschließen.

Wann und wie weicht unsere Republik von den Idealen der Demokratie ab? Welche Vorschläge für Verbesserungen gibt es? Dies sind die beiden Hauptfragen, die in weiteren Posts beantwortet werden sollen. Einzelne Posts haben jeweils einzelne Aspekte zum Thema. Sie sollen Schritt für Schritt in den Stand der Debatten um die 'Demokratie' in Deutschland  einführen und so Anregung für weitere Studien und Diskussionen sein.  


Nun noch zwei Vorbermerkungen zum Begriff  'Deutschland' und dem Nicht-Gendern:

Wenn hier von wir, uns, Deutschland usw. die Rede ist, dann ist damit in der Regel die alte BRD und/oder das wiedervereinigte Deutschland gemeint. Erstere scheint mir für das politische System und die Gesellschaft Deutschlands im 21. jahrhundert bisher bestimmend zu sein. Wenn andere historische oder geografische Figurationen Deutschlands gemeint sind, werden diese genauer benannt.

Hier wird auf das Gendern verzichtet. Das generische Maskulinum in der deutschen Sprache ist weder Folge noch Ausdruck oder Ursache antifeministischer Gesinnung. Wäre dies so, müsste in allen Sprachräumen, die kein generische Maskulinum  und kein grammitkalisches Geschlecht kennen, die Lage der Frauen schon immer um vieles besser gewesen sein, als im deutschen Sprachraum. Oft ist das Gegenteil der Fall.
Das Gendern macht die Sprache holprig, unzugänglich und langatmig, während der allgemeine Trend eher zu Verkürzungen geht. Mündigen LeserInnen kann man zutrauen, dass sie zwischen generischem und spezifischem Maskulinum unterscheiden können. Sollte das biologische oder soziale Geschlecht für die Argumentation eine Rolle spielen, wird dies kenntlich gemacht.


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